Angebot und strukturelle Faktoren treiben die Inflation zum Wachstum - nach der Krise kann sie sich stark beschleunigen

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Dr. Sławomir Dudek - Chefökonom der polnischen Arbeitgeber
Dr. Sławomir Dudek - Chefökonom der polnischen Arbeitgeber

Im Mai war die Inflation in Polen die höchste in der Europäischen Union. Die Beschleunigung im Juni deutet darauf hin, dass diese Situation höchstwahrscheinlich anhalten wird, und wir werden definitiv an der Spitze Europas bleiben. Die Strategie der Öffnung der Wirtschaft in Polen unterscheidet sich jedoch von der in der EU und führt zu einem stärkeren Angebotsdruck auf Preiserhöhungen.

Die Kerninflation ist immer noch hoch und könnte sogar auf 4% steigen. j / j. Strukturelle Probleme erzeugen trotz eines Nachfrageschocks Inflationsdruck.

Ein negativer Faktor ist unter anderem der rasche Anstieg des Mindestlohns im Jahr 2020, der in einer Rezession und einer schwachen Situation auf dem Arbeitsmarkt im Verhältnis zum Durchschnittsgehalt in diesem Jahr bereits 60% erreichen könnte! Dies setzt die Inflation stark unter Druck.Angebot und strukturelle Faktoren treiben die Inflation zum Wachstum - nach der Krise kann sie sich stark beschleunigen

Laut CSO-Daten hat sich die Gesamtinflation im Juni auf 3,3 Prozent beschleunigt. im Jahresvergleich gegenüber 2,9%. vor einem Monat. In Bezug auf EUROSTAT (den sogenannten HVPI-Index) könnte dieser Anstieg sogar noch höher sein als im Vormonat, als der HVPI 3,4 Prozent betrug. im Jahresvergleich gegenüber der Inflation in Bezug auf das Statistische Zentralamt 2,9% j / j. Im Mai war die Inflation in Polen die höchste in der EU. In Bezug auf den HVPI könnte sich die Inflation bereits 4 Prozent nähern!Angebot und strukturelle Faktoren treiben die Inflation in die Höhe - nach der Krise kann sie sich stark beschleunigen 2

Ich habe vor einigen Wochen geschrieben, dass eine schwache Nachfrage die Preise nach unten drücken wird. Auf der anderen Seite treiben Versorgungsengpässe, die trotz der Öffnung der Wirtschaft für Unternehmen immer noch sehr belastend sind, die Preise in die Höhe. Die Inflation hat zwei Gesichter. Aktuelle Daten bestätigen dies. Versorgungsdruck gewinnt.

Einschränkungen in vielen Branchen sind immer noch nicht ausreichend und vergleichbar mit der Offenheit für andere Branchen. All diese Beschränkungen setzen die Preise unter Druck, insbesondere bei Dienstleistungen.

Laut einer Umfrage des Economic Monitoring Center zur wirtschaftlichen Situation bewerten Unternehmen die Aktivitäten der Regierung in Bezug auf das Auftauen der Wirtschaft negativ. 57 Prozent Unternehmen bewerten das Abtauen negativ. Die durchschnittliche Bewertung beträgt 3,7 auf einer Skala von 0 bis 10 (wobei 5 neutral ist). Positive Noten sind nur 11 Prozent. Neutral - 32 Prozent

Wir haben noch keine Preiswachstumsstruktur, aber die Auswirkungen eines Nachfragerückgangs waren vor einem Monat bei den Preisen für Bekleidung und Schuhe, Transportmittel, Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte sichtbar. Die Trends hier werden sich höchstwahrscheinlich fortsetzen.

Die Nahrungsmittelpreisinflation bleibt jedoch hoch (rund 6% im Jahresvergleich). Bei Lebensmitteln ist die Nachfrage nicht flexibel und Angebots- und Wetterfaktoren sowie Trends auf den Agrarmärkten bestimmen die Preisentwicklung. Und hier ist die Situation sehr ungewiss, denn auf das Risiko einer Dürre haben wir jetzt auf das Risiko von Überschwemmungen und anderen negativen meteorologischen Faktoren umgestellt.

Versorgungsengpässe wirkten sich auch stark auf die Dienstleistungen für die Bevölkerung aus. Obwohl Kosmetika und Friseure bereits eröffnet wurden, gibt es in dieser Branche immer noch Einschränkungen. Die Beschleunigung der Inflation im Juni deutet darauf hin, dass die Preiserhöhungen bei Dienstleistungen immer noch hoch sind, im Mai waren sie bei einigen Arten von Dienstleistungen sogar zweistellig.

Die Kerninflation ist immer noch hoch und könnte sogar auf 4% steigen. Im Jahresvergleich verursachen strukturelle Probleme trotz Nachfrageschock Inflationsdruck. Diese Faktoren werden auch nach der Krise nicht nachlassen. Das Preisniveau in Polen ist bereits um ca. 9% höher im Vergleich zu 2015. In der EU um rund 6 Prozent. Die Preise in Polen stiegen damit fast 1,5-mal schneller als in der EU. Der Preisanstieg beschleunigte sich 2020 stark, als der Mindestlohn stark anstieg.

Ein negativer Strukturfaktor ist das Experiment mit einem starken Anstieg des Mindestlohns im Jahr 2020, der in einer Rezession und einer schwachen Situation auf dem Arbeitsmarkt im Verhältnis zum Durchschnittsgehalt in diesem Jahr sogar 60% erreichen kann! Schon dieses Jahr. Dies setzt die Inflation stark unter Druck.

Leider besteht die Gefahr, dass der Mindestlohn 2021 wieder steigt. Der gesetzliche Mechanismus ist blind für Rezession und Arbeitsmarktprobleme. Dies könnte nach der Krise zu einer hohen Inflation führen, und in der Geldpolitik gibt es keine Instrumente, nachdem der Zinssatz auf fast Null gesenkt wurde.

Dr. Sławomir Dudek, Chefökonom der polnischen Arbeitgeber